Das Tattoostudio „Der Lachs“: Kunst, die unter die Haut geht

"Der Lachs" in Berlin Prenzlauer Berg

Unser treuer Kunde Harald Hesse, der über GoDaddy seine Website hostet, hat im Rahmen unserer Berlin-Kampagne weitere Kunden getroffen und sich mit ihnen über ihr kleines Unternehmen unterhalten. Derzeit gibt es rund 900 Tattoostudios in Berlin. Der Wettbewerb im Markt für Körperkunst ist hart. Um ihn zu bestehen, muss man sich vom Rest unterscheiden. So wie „Der Lachs“. Das Tattoostudio im Prenzlauer Berg ist erfrischend anders und hat Stil. 

Bis weit in die 60er-Jahre führten Tätowierer in der Öffentlichkeit ein Schattendasein. Die von ihnen ausgeübte Form der Körperkunst war nicht gesellschaftsfähig, auf soziale Randgruppen und Subkulturen beschränkt. Heute sind Tätowierungen Mainstream. Laut einer Studie der Uni Leipzig aus dem Jahr 2017 ist jeder fünfte Deutsche tätowiert, für Marktforscher Statista ist es bereits jeder vierte. So oder so: Tendenz steigend. Vor allem bei Frauen und älteren Menschen nimmt die Lust am eigenen Tattoo zu. Überall begegnet man dem Phänomen: in der Werbung, bei Film, Fernsehen, Sport, Musik und in den sozialen Medien.Tattoostudio Der Lachs Kunst, die unter die Haut geht Kunden

Der gestiegenen Nachfrage entspricht das Angebot. Bundesweit sollen es über 7.000 Unternehmer sein, die diesem Gewerbe bzw. dieser Kunst offiziell nachgehen. „In Berlin gibt es mittlerweile rund 900 Tattoostudios“, schätzt Malte Bogisch, der zusammen mit seinem Freund aus Kindertagen, Micha Kuhlisch, seit 2014 in der Paul-Robeson-Straße 21 in Prenzlauer Berg, unweit vom Arnimplatz, das Tattoo Studio „Der Lachs“ betreibt.

Portion Herzblut im Spiel bei „Der Lachs“

Der Markt der schwarz-weißen oder bunten Körperbilder ist hart umkämpft. Um aus dem Wettbewerb herauszustechen, muss man sich schon etwas Besonderes einfallen lassen. Und das haben die beiden Berliner Tätowierer getan:

„Nachdem wir uns endlich entschieden hatten, unsere Leidenschaft für die Kunst und unser Talent fürs Zeichnen zum Beruf zu machen, gab es kein Halten mehr.“

Zwar sollten noch knapp zwei Jahre ins Land ziehen, bis sich die Türen ihres gemeinsamen Studios öffneten, dafür war aber alles gut durchdacht und eine gehörige Portion Herzblut im Spiel. Bei allen Fragen, die im Vorfeld zu klären waren, stand eines von Anfang an fest: „Unser Studio sollte so eingerichtet sein, dass wir es selbst gerne aufsuchen würden. Immerhin verbringt man darin vom Entwurf bis zum fertigen Tattoo einige Zeit. Und die will man doch nicht in einem kahlen weißen Raum sitzen. Nein, der Kunde möchte und soll sich während der Zeit wohlfühlen – und wir uns natürlich auch“, erinnert sich Malte Bogisch bestens.

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Ein tolles Studio ganz im „Gentlemen’s Club“-Look.

Diesem Anspruch sind Bogisch und Kuhlisch gerecht geworden. Allein schon die malerische Gestaltung des Außenbereichs ist fulminant: Eingangstür und Ladenfenster sind von einer Steilküste samt Leuchtturm, an denen sich tosende Meereswogen austoben, und einem Dreimaster mit aufgeblähten Segeln gesäumt. Von zwei Schiffsplanken leuchtet der Studioname „Der Lachs“ in hellen Großbuchstaben, ein Ausleger signalisiert, worum es geht: „Tattoo“.

Der Lachs: Wie ein britischer Gentlemen’s Club

Das gestalterische Spiel mit maritimen Elementen findet im Innenraum seine gelungene Fortsetzung. So steht auf der Ladentheke, in die ein Aquarium eingelassen ist, ein alter Maschinentelegraf. Und zwischen den üppig mit Bildern behängten Wänden ragen ein Schiffssteuerrad, Barometer und Kompass hervor. Sie alle fügen sich harmonisch ein in die Ausstattung des Eingangsraums, der sich im Stil eines britischen Gentlemen’s Club mit Chesterfield-Sofa und -Sessel aus hochwertigem Leder einladend präsentiert. Nicht anders das sich daran anschließende Studio, in dem die Tätowierer – neben den Inhabern Malte und Micha sind das noch Hook, Seven und Kruse – ihre unter die Haut gehende Arbeit leisten.

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Malte versteht sein Handwerk und die Kunden vertrauen ihm.

Auch dieser Raum ist äußerst geschmackvoll eingerichtet. Die gedeckten Farben, die Streifentapeten und die vielen kleinen, liebevoll kombinierten dekorativen Einrichtungsgegenstände schaffen eine Atmosphäre, in der man sich sofort wohlfühlt und entspannt.

„Der Laden und sein Design“, hebt Malte Bogisch hervor, „ist ein nicht endendes Projekt. Wir sind ständig auf der Suche nach neuen Sachen, die zum Studio und zu uns passen. Natürlich investieren wir viel Zeit und Geld, das ist es uns aber wert. Auf diese Weise geben wir unseren Kunden etwas zurück.“ Und die wissen das zu schätzen und erzählen es weiter. Da ist sie wieder, die gute alte Mundpropaganda, nach wie vor die überzeugendste Werbung. Aber in digitalen Zeiten, in denen Kommunikation zunehmend mobil ist, braucht man auch sein Schaufenster im Internet, die eigene Webseite, sowie Social Media und Likes, um in dem massiven Wettbewerb unter den Hunderten Tattoo-Studios auch sichtbar zu sein. Entsprechend tummelt sich das Lachs-Team auch auf auf den Social Media-Kanälen Facebook und Instagram.

Vorwissen aus dem Netz

Das hat aber noch einen weiteren Grund, betont Malte: „Anders als früher sind die Kunden, die heute in den Laden kommen, um sich ein Tattoo stechen zu lassen, sehr gut informiert. Das Vorwissen besorgen sie sich im Netz. Deswegen finden sich auf unserer Webseite nicht nur Angaben zu uns vier Tätowierern, sondern es gibt auch eine Übersicht unserer Kunstwerke“.

„Unser Team deckt zwar alle typischen Stilrichtungen ab, aber jeder hat auch seine ganz eigene Handschrift. So kann der Kunde schon vor dem persönlichen Erstkontakt herausfinden, was ihm am meisten zusagt.“

Was ein Tattoo Pi mal Daumen kostet, kann man schwerlich beziffern. Dazu führt Malte ein paar Orientierungshilfen an: „Je realistischer das gewünschte Motiv ist, umso länger braucht man dafür. Je kleiner und detaillierter es ist, umso weniger Fläche schafft man in einer Sitzung.“ Noch eine Spur plastischer: „Ein Kunde will den ganzen Arm tätowiert haben. Das kann man in drei Sitzungen erledigen, wenn es sich um ein Tattoo mit ganz groben Linien handelt. Man kann dafür aber auch 15 Sitzungen benötigen, wenn sich das gewünschte Tattoo beispielsweise aus ganz vielen kleinen Porträts zusammensetzt.“

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Die coole Website vom „Lachs“ wurde über unseren Website Baukasten erstellt.

Tattoos sind Mainstream

Und wie sieht das noch gleich mit dem Selbstverständnis aus? Vor Jahren gehörten Tätowierer und Tätowierte einer gesellschaftlichen Minderheit an, galten als cool, irgendwie anders, auf jeden Fall aber außerhalb des Establishments stehend. Heute, da Tattoos schwer in Mode sind, schwimmt man mit dem Mainstream. „Völlig egal, welches Label man uns umhängt, in welche Schublade man uns steckt“, sagt Malte, „wir verstehen unsere Tätigkeit als Kunst, das ist kein Job, sondern eine Berufung. Und solange uns das erfüllt, Spaß macht und den Mann ernährt, geht das vollkommen in Ordnung.“

Harald Hesse
Harald Hesse hat Journalismus von der Pike auf gelernt. Über 20 Jahre war er bei einem auf die Medienbranche spezialisierten Verlag tätig, 16 Jahre davon als Chefredakteur verschiedener B2B- und B2C-Publikationen (GamesMarkt, Licensing Markt, Mobile Entertainment, VideoMarkt uvm.). Mit seinem Redaktionsservice Harald Hesse textmanufaktur – serviced by GoDaddy übrigens – hat er mittlerweile den Pfad des Freien Journalisten eingeschlagen. Als Freischreiber treibt er sich viel im Themenfeld Digitalien herum, als Buchautor schreibt er über Land und Leute, Gott und die Welt.