Das sind die besten Tipps für deinen eigenen Online-Shop

Tipps & Tricks von Profi-Bloggerin KuneCoco

Als mir vor fast drei Jahren die Idee kam, meinen eigenen Online Shop erstellen zu wollen, hätte ich nie gedacht, was für ein großer Aufwand dahinter steckt. Recht unbedarft ging ich an meine Idee heran und lernte vieles erst Schritt für Schritt auf dem Weg.

Damit du besser gerüstet in das Abenteuer Online-Shop starten kannst, will ich dir heute einige Tipps und Dinge, auf die du achten solltest, mit auf den Weg geben.

Online Shop erstellen: Die Wahl des Shopsystems

Für einen ganz einfachen Start gibt es natürlich diverse Onlinemarktplätze, wie (früher) DaWanda, Etsy, Amazon Handmade oder auch eBay. Du musst hier nur deine Produkte hochladen und schon kann der Verkauf losgehen. Je nach Anbieter zahlst du pro Verkauf einen gewissen Prozentsatz an Provision.

Du kannst dir das Ganze wie ein gemietetes Regal in einem Geschäft vorstellen: Die Kunden kommen „von allein“ und können dich auf der jeweiligen Plattform finden, auch wenn sie gar nicht gezielt nach deinem Shop gesucht haben und auch gar nicht wissen, dass es dich gibt. Der große Nachteil, den ich bei solchen Anbietern sehe, ist allerdings der, dass die Kunden dich in den wenigsten Fällen als eigene Marke wahrnehmen. „Das hab ich auf Etsy gekauft!“, wird dann ganz schnell gesagt. Und garantiert nicht „Das hab ich bei KuneCoco gefunden!“.

Einen eigenen Online Shop erstellen: Das sind die besten Tipps

Als ich mit meinem KuneCoco-Shop startete, habe ich das schwedische Shopsystem Tictail gewählt, welches inzwischen zu Shopify gehört. Ich konnte den Shop nach meinen Wünschen gestalten und auf meinem Blog einfach verlinken. Eine direkte Provision fiel beim Verkauf nicht an, das war mir für den Start besonders wichtig gewesen. Gleichzeitig hatte ich mich auch auf DaWanda angemeldet, um das ebenfalls zu testen. Allerdings kamen über DaWanda kaum Verkäufe zustande und die hohen Einstell- und Verkaufsgebühren fraßen meinen eh schon kleinen Gewinn fast vollständig auf. Bald schon entschloss ich mich, den Shop auf DaWanda wieder zu schließen.

Mit meinem Blogumzug auf einen selbstgehosteten WordPress-Blog im letzten Jahr habe ich dann allerdings auch gleich meinen Shop mit umgezogen. Jetzt läuft er mit WooCommerce, ganz ohne Gebühren und komplett in meinen Blog eingebunden.

Bei GoDaddy kannst du übrigens ebenfalls ganz einfach und ohne Programmierkenntnisse einen Online-Shop erstellen. Hier findest du alle Infos zum GoDaddy Online-Shop in der Übersicht.

Rechtliche Fallstricke im Online-Shop

Es gibt unfassbar viele Gesetze im Onlinehandel zu beachten. Um ganz sicher zu gehen, kannst du deinen Shop von einem spezialisierten Anwalt checken lassen, bevor du online gehst. Das kommt dir im ersten Moment vielleicht als teure Ausgabe vor, aber mit Abmahnungen ist nicht zu spaßen.

Ich habe am Anfang auch sehr viele Fehler gemacht, weil ich zwar mit viel Herzblut, aber leider auch wenig Ahnung bei der Sache war. Durch viele Gespräche mit Freunden und Bekannten, die teilweise schon seit vielen Jahren im Onlinehandel unterwegs sind, habe ich nach und nach alle ihre Tipps und Hinweise berücksichtigt. Das hier soll gewiss keine rechtliche Beratung werden, aber achte unbedingt auf korrekte AGB und Impressum sowie eine ordentliche Datenschutzerklärung und darauf, dass bei all deinen Preisangaben (auch auf den Übersichts- oder Kategorieseiten) immer der Hinweis steht „inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten“, wenn dies auf dich zutrifft und du die Mehrwertsteuer ausweist.

Bezahlarten

Jede Bezahlart ist mit unterschiedlichen Kosten für dich verbunden. Generell ist es für deine Kunden natürlich angenehm, möglichst viele verschiedene Arten angeboten zu bekommen. Paypal ist inzwischen fast schon Standard, weil es für deine Kunden schnell, einfach und sehr sicher ist. Für dich als Händler ist Paypal allerdings mit 0,35 +1,9 % des Endbetrages an Kosten verbunden.

Die händlerfreundlichste Alternative ist sicherlich die Zahlung per Vorkasse. Mit Ausnahme der eventuellen Kontoführungsgebühren verursacht sie keine Kosten. Allerdings verzögert sich die Lieferung auch etwas, denn die Ware wird in der Regel erst dann verschickt, wenn die Überweisung auch bei dir angekommen ist.

Kleinunternehmer vs. Umsatzsteuer

Im ersten Jahr meines Online-Shops habe ich noch die Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen. Der Vorteil ist, kurz gesagt, dass hierbei die Ausweisung der Umsatzsteuer weg fällt. Auf deiner Rechnung sollte dann ein Vermerk wie „Kleinunternehmer nach § 19 UStG“ aufgeführt werden.

Konkret bedeutet das für dich: Kostet ein Produkt in deinem Shop 10 , musst du davon nicht 19 % Mehrwertsteuer, in diesem Fall 1,60 , an das Finanzamt abführen. Du hast in der Preisgestaltung also einen kleinen Vorteil.

Nimmst du die Kleinunternehmerregelung nicht (mehr) in Anspruch, wird zwar deine Buchhaltung komplizierter, du kannst aber auch selbst Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend machen, wenn du Waren einkaufen musst. Aber: Verkaufst du auch jetzt dein Produkt für 10 , gehen davon 19 % als Umsatzsteuer an das Finanzamt und dir bleiben nur noch 8,40 . Wenn du weiterhin 10 daran verdienen möchtest, müsstest du das Produkt nun für 11,90 in deinem Online-Shop anbieten, um die Mehrwertsteuer zu berücksichtigen.

Übrigens unterliegen dann auch Portokosten der Umsatzsteuer. Auf die Versandkosten zahlst du ebenfalls den Prozentsatz, der auch auf das verkaufte Produkte gerechnet wird.

Verpackungsregister

Seit Januar 2019 muss jeder, der Verpackungen erstmalig in den Umlauf bringt, sich im öffentlichen Verzeichnis Verpackungsregister LUCID registrieren lassen.

Das betrifft auch Onlinehändler, die ihre Waren natürlich auf dem Postweg verschicken und dabei Umschläge und weitere Verpackungsmaterialien verwenden.

Im Verpackungsregister LUCID musst du angeben, wie viel Material du im jeweiligen Kalenderjahr in den Umlauf bringen wirst und bei welchem Recyclingsystem du dich beteiligst. Die Registrierung bei LUCID ist kostenfrei, jedoch kostet es Geld, wenn du deine Verpackungen bei einem Recyclingsystem anmeldest. Eine Liste aller teilnehmenden und genehmigten Systeme findest du auf der LUCID-Seite. Die Höhe der Gebühr richtet sich nach der Menge und Materialart deiner angemeldeten Um- und Versandverpackungen.

Preisgestaltung

Du merkst: Hinter einem Online-Shop steckt ganz schön viel Arbeit und auch so einige Kosten, die einem als Kunden vielleicht gar nicht auffallen. Grob gesagt sollte sich dein Verkaufspreis in etwa wie folgt zusammensetzen:

Verkaufspreis

  • Herstellungskosten
  • Mehrwertsteuer (7 % oder 19 %)
  • Zahlungsgebühren (z.B. Paypalgebühren 0,30 € + 1,9 %)
  • Umlage für deine Verpackungsmaterialien (abhängig von Art und Menge)
  • Gewinn

Hast du alle Punkte berücksichtigt, deine Preise ordentlich kalkuliert und ein für dich geeignetes Shopsystem gefunden, kann es dann auch endlich richtig losgehen mit dem Verkauf. Ich hoffe, dein Online-Shop macht dir ebenso viel Freude, wie mir mein KuneCoco-Shop macht.

 

Bildnachweis: Jennifer Kosche

Jennifer Kosche
Jenni hat einen Schweine-Tick und wohnt zusammen mit ihren beiden frechen Katern, den Schnurrberts, im schönen Düsseldorf. Auf dem Schweine-DIY-Blog KuneCoco bloggt sie seit 2012 und designt seit einiger Zeit allerlei „Schweinkram“ für ihren kleinen Onlineshop. Außerdem hat sie sich Anfang 2018 als Social Media Managerin selbstständig gemacht und ist seitdem als Freelancerin unterwegs. Ihr könnt Jenni auch auf Facebook, Twitter und Instagram folgen.