SheFighter: zwei starke Frauen, eine starke Mission

Dani und Sarah vom Selbstverteidigungsstudio "SheFighter"

Sarah trägt gepolsterte Target-Handschuhe und Dani schlägt auf sie ein. So verlief die erste Begegnung der beiden im SheFighter, Jordaniens erstem Selbstverteidigungsstudio für Frauen. Was vor drei Jahren als Fun Session begann, trägt nun deutschlandweit Früchte. Von hier aus arbeiten Sarah und Dani daran, SheFighter in Deutschland zu etablieren. GoDaddy wollte mehr darüber wissen.

Bevor wir auf SheFighter näher eingehen, Sarah und Dani, dass ihr euch gefunden habt, grenzt doch an ein Wunder, oder?

Sarah: Kein Wunder. Schicksal.

SheFighter: zwei starke Frauen, eine starke Mission_Training
Dani und Sarah beim Training

Sarah, du bist in New York als Kind eines Jordaniers geboren und aufgewachsen, und du, Dani, in einem 200-Seelen-Dorf bei Görlitz an der polnischen Grenze. Kennengelernt habt ihr euch in Amman, der Hauptstadt des Königreichs Jordanien. Wie das?

Sarah: Als Teenager bin ich mit meiner Familie zurück nach Amman gegangen. Dort habe ich englische Literatur studiert und als Web Content Editor gearbeitet. Über einen Freund kam der Kontakt mit SheFighter zustande, ein Selbstverteidigungs- und Kickboxer-Studio für Frauen. Da Kampfsport ein unerfüllter Kindertraum von mir war – ich wollte immer wie Chun-Li (Name eines weiblichen Charakters aus dem Videogame „Street Fighter II: The World Warrior“; Anm. d. Red.) sein –, habe ich sofort Feuer gefangen. Einige Jahre später, ich hatte inzwischen alle fünf Kurse absolviert und trainierte vor und nach der Arbeit im SheFighter, bat mich Lina…

Gemeint ist Lina Khalifeh, die charismatische Gründerin von SheFighter.  

Sarah: Ja. Lina bat mich, mit Dani eine Fun Session zu bestreiten. Lina meinte nur, Dani sei aus Deutschland zu Besuch in Jordanien, beherrsche die Kampftechniken und sei richtig stark. Als Dani mir hinterher sagte, dass sie aus Weimar komme, machte es bei mir Klick. Denn mein heutiger Ehemann hatte da gerade eine Zusage von der Bauhaus-Universität Weimar erhalten. Und so landete am Ende auch ich in Weimar.

„Ich war sofort von SheFighter begeistert“

Dani, du bist Dokumentarfilm-Regisseurin und hast in Weimar studiert.

Dani: Und zwar Film und Fotografie, auch an der Bauhaus-Universität. Schon während des Studiums habe ich mit Kickboxen angefangen. Als ich 2013 zum Dreh meiner ersten Web-Doku in Israel und Palästina war, habe ich mich auf Anhieb in die arabische Kultur verliebt. Etwas später war ich für meinen ersten dokumentarischen Kinofilm eine Zeitlang in Jordanien. Dort habe ich SheFighter entdeckt, war sofort begeistert, habe die Ausbildung absolviert und bin heute Selbstverteidigungs-Trainerin bei SheFighter Germany.

SheFighter: zwei starke Frauen, eine starke Mission_Sarah

SheFighter hat euch beide nicht mehr losgelassen. Was macht dieses Konzept denn so besonders?

Sarah: Zunächst einmal ist es „for women, by women“. Das ist uns sehr wichtig. Doch das alles gäbe es nicht ohne Lina Khalifeh, die Gründerin von SheFighter. Sie war es, die vor Jahren erkannte, dass es in Jordanien – wie überall auf der Welt – viel Gewalt gegen Frauen gibt, aber kaum darüber gesprochen wird. Das wollte sie ändern. So kam sie auf die Idee, Frauen beizubringen, sich selbst zu verteidigen. 2012 gründete sie dann gegen viele Widerstände SheFighter, das erste Selbstverteidigungsstudio Jordaniens und des ganzen Nahen Ostens. Dort bringt sie Frauen bei, sich zu wehren, und das wiederum verhilft ihnen zu einem neuen Selbstwertgefühl. Aber sie bildet auch Trainerinnen aus, die ihre Idee und Technik weitertragen, um überall auf der Welt Frauen zu stärken. Bis heute sind Frauen unterrepräsentiert – in den Mixed Martial Arts ebenso wie in unserer Gesellschaft. Wir arbeiten sozusagen an einer besseren Zukunft.

„Ob Couch-Potato oder Powerfrau – jede Frau ist bei uns willkommen“

SheFighter ist also nicht nur ein Sport, es verändert die ganze Art, wie Frauen durchs Leben gehen, idealerweise die ganze Welt. Das Unternehmen gibt es mittlerweile in weit über 20 Ländern. Und ihr baut jetzt SheFighter Germany auf.

Dani: Genau. Unsere bisherigen Workshops sind gut angekommen. Sie laufen übers ganze Wochenende. Dadurch haben wir genügend Zeit, um den Teilnehmerinnen nicht nur Kickboxen und Selbstverteidigungstechniken beizubringen. In diesem geschützten Raum bietet sich auch die Gelegenheit, mit ihnen über negative Erfahrungen und ihre Ängste zu sprechen.

Welchen Typ Frau sprecht ihr an?

Dani: Alle! Ob Couch-Potato oder Powerfrau – jede Frau ist bei uns willkommen. Wir passen die Workshops entsprechend an.

Läuft alles so, wie du es dir einmal vorgestellt hast?

Sarah: Ja und nein. Die Finanzierung ist viel schwieriger, als wir erwartet haben. Die bisherigen Workshops selbst waren aber unglaublich. Am wichtigsten ist, dass wir Frauen helfen konnten, die diese Unterstützung gebraucht haben. Und das bestärkt uns darin, weiterzumachen.

„Haben GoDaddy als Sparringspartner gewählt“

Was ist eure größte Herausforderung?

Sarah: Marketing und Geld. Wir sind eben keine guten Geschäftsfrauen. Um möglichst viele Frauen mit unserem Angebot zu erreichen, halten wir die Teilnahmegebühren recht niedrig. Zu niedrig, wie Freunde meinen, die sich mit Zahlen besser auskennen. Noch sind wir im Minus. Aber wir glauben daran, dass wir auch diese Seite in den Griff kriegen. Vielleicht schon mit dem nächsten Workshop.

SheFighter: zwei starke Frauen, eine starke Mission_Website
Auf SheFighter.de können sich Sarah und Dani online austoben.

Wie werbt ihr für SheFighter Germany?

Sarah: Vor allem mit unserer Website. Die ist für uns extrem wichtig, weil wir uns darüber der Welt vorstellen können. Im Dezember 2018 haben wir deshalb GoDaddy als Sparringspartner gewählt. Wir nutzen derzeit eine GoDaddy-Domäne, Office 365 und den Website-Baukasten. Obwohl ich als Web Content Editor gearbeitet habe, bin ich wirklich kein Profi in diesen Dingen. Umso begeisterter sind wir vom Website-Baukasten, weil er sehr einfach und intuitiv zu bedienen ist. Und teuer ist er auch nicht. In weniger als einem Tag stand die erste Version unserer Site.

Was steht bei euch als Nächstes auf dem Programm?

Dani: Wir haben weitere Workshops in Planung, am 18. und 19. Mai zum Beispiel in Weimar. Und vom 28. Juni bis 2. Juli folgt unser bislang größtes SheFighter-Abenteuer, ein Kickbox Bootcamp im österreichischen Kleinwalsertal!

SheFighter: zwei starke Frauen, eine starke Mission_Daniela und Sarah

Sarah, Dani – vielen Dank für das Gespräch! Wir drücken euch die Daumen!

 

Zur Person:

Sarah Barakah, 1988 in New York geboren und dort aufgewachsen, hat in Amman englische Literatur studiert und als Web Content Editor gearbeitet. Vor über sieben Jahren lernte sie SheFighter kennen. Ihre Trainerin war Lina Khalifeh. Unter ihrer Anleitung durchlief sie das Rosa-, Silber-, Schwarz- und Gold-Level des SheFighter-Systems. Seit 2017 lebt sie mit ihrem Mann in Deutschland. Neben Kickboxen und Kampfsport praktiziert und unterrichtet sie regelmäßig Ashtanga Yoga. Sarah spricht Englisch, Arabisch und „ein bisschen“ Deutsch.

Daniela Koenig, Jahrgang 1990, kam in der Nähe von Görlitz zur Welt und hat an der Bauhaus-Universität Weimar Film und Fotografie studiert. Dort machte sie auch erste Erfahrungen mit Kickboxen. In Amman, wo sie sich 2016 während der Dreharbeiten für ihre erste Filmdokumentation aufhielt, lernte sie SheFighter kennen. In den nächsten drei Jahren suchte sie das Studio immer wieder auf und legte Prüfungen in den Trainingsklassen Pink und Silber ab. Sie ist zertifizierte SheFighter-Trainerin und arbeitet als freiberufliche Dokumentarfilmerin. Sie spricht Deutsch, Englisch, Russisch und etwas Arabisch.

 

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Bildnachweis: Lisa Ziegler

Harald Hesse
Harald Hesse hat Journalismus von der Pike auf gelernt. Über 20 Jahre war er bei einem auf die Medienbranche spezialisierten Verlag tätig, 16 Jahre davon als Chefredakteur verschiedener B2B- und B2C-Publikationen (GamesMarkt, Licensing Markt, Mobile Entertainment, VideoMarkt uvm.). Mit seinem Redaktionsservice Harald Hesse textmanufaktur – serviced by GoDaddy übrigens – hat er mittlerweile den Pfad des Freien Journalisten eingeschlagen. Als Freischreiber treibt er sich viel im Themenfeld Digitalien herum, als Buchautor schreibt er über Land und Leute, Gott und die Welt.