Die Geschäftsplanung: Das sind die wichtigsten Schritte

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Beginne jetzt mit der Planung für deinen Erfolg!

Erst recht, wenn du selbstständig bist, solltest du nicht unterschätzen, wie wichtig eine solide Geschäftsplanung ist. Diese hilft dir dabei, Entscheidungen zu treffen und dich auf den richtigen Weg zu begeben. Vor allem, wenn wir versuchen, uns durch die sich ständig verändernde wirtschaftliche Landschaft zu navigieren.

7 Schritte, um mit der Geschäftsplanung zu starten

Rom wurde auch nicht an einem Tag gebaut – das sagt man ja so schön. Und das gilt auch für deine Geschäftsplanung. Es sind ein paar Schritte zu unternehmen, aber mit Präzession und Sorgfalt kannst du einen strategischen Plan erstellen.

  1. Beginne damit, dir die Performance vom Vorjahr anzuschauen
  2. Du musst die Geschäftsplanung nicht für das ganze Jahr sofort erstellen
  3. Sieh dir an, ob sich an dem Kundenprofil zum Vorjahr etwas verändert hat
  4. Wie hat sich dein Wettbewerb verändert?
  5. Erstelle für deine Geschäftsplanung auch Finanzpläne
  6. Geschäftsplanung: Priorisiere deine Chancen
  7. Teile die Planung in große- und kleine Aktivitäten

Los geht’s!

1. Beginne damit, dir die Performance von 2020 anzuschauen

Vielleicht ist das Vorjahr für dich nicht ganz so gelaufen, wie du geplant hast – aber ist es das für irgendjemanden? Das ist aber kein Grund, es zu ignorieren. In der Tat birgt die Resilienz, die du in deinem Unternehmen entwickelt hast, einige gute Lektionen, die dich im aktuellen Jahr und darüber hinaus noch stärker machen können.

“You can’t connect the dots looking forward. Only looking back.” — Steve Jobs

Der häufigste Startpunkt, um mit einem Jahres-Review zu beginnen, ist der Blick auf die finanzielle Lage.

  • Hast du so viel Geld eingenommen, wie du geplant hast?
  • Hast du mehr oder weniger ausgegeben, als du geplant hast?

Bei der Beantwortung dieser allgemeinen Fragen musst du möglicherweise tiefer gehen, um das herauszufinden.

Dabei geht es nicht darum, diese Entscheidungen zu beurteilen – es geht darum, sie mit neuen Augen zu betrachten, um dir dabei zu helfen, noch bessere Entscheidungen für das nächste Jahr zu treffen.

Nachdem du die quantitative Analyse durchgeführt hast, ist es an der Zeit, sich mit den qualitativen Dingen zu beschäftigen. Du wirst sicher schon wissen, wie du das Jahr empfunden hast und was dein Bauchgefühl dir sagt.

Beantworte für dich diese Fragen:

  • Was ist gut gelaufen?
  • Was hast du erreicht?
  • Was hast du über dein Unternehmen gelernt?
  • Was hast du über deine Kunden gelernt?
  • Was ist nicht gut gelaufen?
  • Was war deine größte Herausforderung?
  • Was würdest du ändern?

Nachdem du die Performance vom Vorjahr eingeschätzt hast, kannst du mit der Geschäftsplanung für das Aktuelle beginnen.

2. Du musst die Geschäftsplanung nicht für das ganze Jahr sofort erstellen

Wenn du anfängst, über die Jahresplanung nachzudenken, möchtest du bestimmt das ganze Jahr durchplanen. Das gibt ein gutes Gefühl und man denkt, es würde einiges einfacher machen.

Eines der wichtigsten Erkenntnisse aus dem Jahr 2020 ist, dass Pläne flexibel gestaltet sein müssen.

 

Während du deinen Geschäftsplan erstellst, gönn dir eine kleine Auszeit. Versuche nicht jede Kampagne und jedes Stück Inhalt zu planen, das du für das ganze Jahr erstellen wirst.

Verwende stattdessen grobe Punkte für deine Geschäftsplanung. Die Lage für dein Unternehmen kann in neun Monaten schon ganz anders aussehen, als du jetzt denkst.

Hier sind zwei Punkte, die du bei der Geschäftsplanung gut realisieren kannst:

Feste Termine

  • Feiertags-Launches und -Verkäufe. Auch wenn sich die Details deines Angebots ändern, die Feiertagsdaten nicht. Der Black Friday ist immer noch der Tag nach Thanksgiving und Neujahr ist immer der 1. Januar. Du kannst diese Termine für jede Branche, von der Dienstleistung bis zum E-Commerce, getrost einplanen.
  • Relaunch-Termine. Wenn du bereits ein fertiges Produkt hast, das du relaunchen willst, kannst du einen Termin dafür festlegen. Beispiele für Programme, die du relaunchen kannst, sind die Eröffnung eines Mitgliedschaftsprogramms oder die Annahme neuer Anmeldungen für einen Online-Kurs.

Flexible Termine

  • Neue Produkteinführungen. Warum fallen Produkteinführungen in die Kategorie der flexiblen Termine? Das Leben schreibt seine eigenen Geschichten. Sendungen werden verzögert. Die Kinder müssen zuhause bleiben und es ist dir unmöglich, Videos aufzunehmen. Die Technik geht kaputt. Nimm dir ein wenig Flexibilität, wenn du ein neues Produkt auf den Markt bringen. Der Start wird für das neue Produkt mit ziemlicher Sicherheit besser laufen.
  • Partnerschaften, Kooperationen, Joint Ventures und Affiliate-Marketing. Wenn du mit meiner als einem (Zeit-) Plan arbeitest, ist es wichtig, dass du immer auch Flexibilität mit einbaust. Ob es sich um einen unerwarteten Sale mit einem Partnerprogramm handelt oder um die Möglichkeit, mit einem Influencer früher als erwartet zusammenzuarbeiten – wenn du die Termine für Aktionen mit Dritten flexibel hältst, dann kannst du mehr Ziele erreichen.

3. Sieh dir an, ob sich an dem Kundenprofil im Vorjahr etwas verändert hat

Dein Unternehmen war nicht das einzige, das sich im Vorjahr verändert hat. Auch sehr viele andere Unternehmen und Menschen kommen anders aus dem Jahr Geschäftsjahr – besonders 2020 war für viele Unternehmen besonders.

Das macht es zu einem perfekten Zeitpunkt, um dein Kundenprofil zu überprüfen und anzupassen.

Beginne damit dir anzuschauen, wer deine besten Kunden sind. Überlege dir, was diese Kunden aus finanzieller Sicht zu den besten macht und mit wem auch in Zukunft zusammenarbeiten möchte und kann.

Das Verständnis über deine besten Kunden wird dir helfen, deinen Absatzmarkt zu verfeinern und ähnliche Personen zu erreichen, die noch keine deiner Kunden sind.

Berücksichtige diese Fragen, wenn du dein Kundenprofil anpassen willst:

  • Wer sind deine aktuellen Kunden?
  • Wer sind deine besten Kunden oder Stammkunden?
  • Welche Gemeinsamkeiten haben sie?
  • Welchen Herausforderungen stehen diesen Kunden gegenüber (die sich auf dein Produkt oder deine Dienstleistung beziehen)?
  • Welche Eigenschaften haben deine Kunden?

Wenn du im B2B-Bereich tätig bist, kannst du über eine einzelne Person ODER über das Unternehmen nachdenken. Beachte auch die Punkte Jahresumsatz, Standorte, Technologieeinsatz, Mitarbeitergröße usw.

B2C-Unternehmen hingegen konzentrieren sich oft auf Merkmale wie Familienstand, Haushaltseinkommen, Überzeugungen und Werte.

4. Wie hat sich dein Wettbewerb verändert?

Du hast vielleicht schon eine ziemlich gute Vorstellung davon bekommen, wer deine Konkurrenten sind. Nimm dir jetzt noch einmal Zeit dafür, deine Konkurrenten bzw. Mitwettbewerber neu zu bewerten. Sieht dir genau an, wer im letzten Jahr neu dazugekommen ist, wer sich neu orientiert hat und wer nicht mehr im Geschäft ist.

Du kannst wählen, ob du eine vollständige SWOT-Analyse oder eine einfachere Bewertung durchführen willst.

In jedem Fall solltest du dir folgendes ansehen:

Ihre Kommunikation. Wie sprechen deine Konkurrenten über ihre Produkte oder Dienstleistungen? Wie unterscheidet sich das von dem, wie du über deine Produkte berichtest? Falls deine Konkurrenz auch auf Social Media aktiv ist solltest du schauen, wie sie dort kommunizieren, wie viele Follower sie haben und was ihre Strategie sein könnte.

Ihre Produkte. In den meisten Fällen sind die Produkte nicht identisch. Inwiefern ähneln sich aber eure Produkte? Inwiefern sind sie anders? Sei euch ehrlich zu dir selbst und gestehe ein, wenn die Produkte besser sind als deine. Nur so kannst du daraus lernen und deine eigenen Produkte anpassen und verbessern.

Ihre Preisgestaltung. Sind die Produkte bzw. Dienstleistungen ungefähr genauso teuer wie deine Produkte? Wie wirkt sich dessen Preisgestaltung auf ihre Position im Markt aus?

Und die letzten übergreifenden Fragen:

  • Was kannst du tun, um dich gegen deine Mitbewerber durchzusetzen?
  • Wie schaffen die allgemeinen Verschiebungen (Hybrid) im Markt neue Möglichkeiten?
  • Welche neuen Bedrohungen gibt es auf dem Markt? (Bedrohungen können neue Wettbewerber oder Verschiebungen in den Kundenpräferenzen und Verhaltensweisen auf dem Markt sein).

5. Erstelle für deine Geschäftsplanung auch Finanzpläne

7 Schritte mit deiner Geschäftsplanung für 2021 zu starten_JahresplanEs gibt zwei Ansätze für die Umsatzplanung deines Unternehmens für 2021: Top-Down und Bottom-Up.

Bei einem Top-Down-Ansatz beginnst du mit deinem Umsatzziel und überlegen dann, wie du dieses Ziel erreichen willst – basierend auf dem, was du verkaufen solltest.

Zum Beispiel könnte ein Hochzeitsfotograf planen, 30 Hochzeiten für die Haupt-Hochzeitssaison zu buchen. Wenn große Hochzeiten nicht auf dem Plan stehen, wird derselbe Fotograf vielleicht mehr kleine Veranstaltungen durchführen oder sogar anfangen, virtuelle Fotoshootings anzubieten.

Bei einem Bottom-up-Ansatz beginnst du damit herauszufinden, was du verkaufen willst und wie viel Geld du damit einnehmen willst. Danach überlegst du dir, wie du etwaige Lücken füllen kannst.

Unabhängig davon, für welchen Weg du dich entscheidest, wirst du möglicherweise Lücken zwischen dem, was du verkaufen möchtest, und dem, was du mit deiner derzeitigen Kapazität (Zeit oder Produkt) erreichen kannst, feststellen. Das ist der Punkt, an dem der letzte Schritt angewandt werden sollte.

Die andere Seite der Finanzplanung ist deine Kostenplanung. Überlege dir, welche neuen Anschaffungen und Ausgaben du im neuen Jahr haben wirst. Dazu gehört die Erweiterung deines Teams, der Kauf neuer Geräte oder Software, Investitionen in Schulungen und Ausgaben für Marketing und Werbung.

Dein Umsatzplan in Kombination mit deinem Kostenplan gibt dir einen Einblick, wie profitabel dein Jahr werden könnte.

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6. Geschäftsplaung: Priorisiere deine Chancen

Sobald du deinen Geschäftsplan für das aktuelle Jahr aufgestellt hast, solltest du nicht vergessen, deine Chance zu priorisieren. Wenn du wie die meisten Unternehmer bist, dann bekommst du ständig neue Ideen für Dinge, die du in deinem Unternehmen unterbringen willst. Aber nicht alle von ihnen sind gleich.

Beginne damit die Gedanken aus deinem Kopf auf Papier zu bringen. Wenn du im Laufe des Jahres Ideen gesammelt hast, schreibe sie auf und vielleicht passen sie ja irgendwann in dein Konzept. Schaue sie dir auf jeden Fall regelmäßig an.

Nutze dabei diese Fragen, inspiriert von Charlie Gilkeys Buch „Start Finishing“, um deine Möglichkeiten und Ziele zu bewerten.

  • Welche dieser Ideen würden dir eigentlich gar nicht wehtun, wenn du sie streichst?
  • Bei welchen dieser Ideen wärst du erleichtert, wenn du sie nicht mehr machen müsstest? (Denke daran, dass einige von ihnen vielleicht immer noch nicht verhandelbar sind, wie z. B. die Zahlung der Steuern!)
  • Welche dieser Ziele sind „Kann-Ziele“ oder beziehen sich auf die Prioritäten anderer Leute, anstatt auf deine eigenen?
  • Welche der Punkte sind gute Ideen, beziehen sich aber nicht direkt auf etwas, das dich frustriert, ärgert, verärgert, inspiriert, nährt oder zu dich ruft?
  • Was ist das Wichtigste, das du im nächsten Jahr um diese Zeit realisiert haben willst?
  • Was bereitet dir die größten Bauchschmerzen, wenn du daran denkst es zu streichen?
  • Wofür würdest du am ehesten zwei Stunden früher aufstehen, zwei Stunden länger aufbleiben oder anderswo Zeit stehlen, um zwei Stunden Zeit dafür zu bekommen?
  • Was wird dir in fünf Jahren am wichtigsten sein?

7. Teile die Planung in kleine und große Aktivitäten

Nachdem du die oberste Priorität identifiziert hast – die erste große Sache, die du im Jahr 2021 erreichen willst – solltest du deine Ziele in kleinere und größere Ziele unterteilen.

Denke daran, dass jeder Schritt in deiner Planung konkret, messbar und erreichbar sein muss. Wenn du ein Team hast, musst du auch eine Person benennen, die für die jeweilige Umsetzung verantwortlich ist.

Es gibt noch eine weitere Komponente, die du in deinem Projekt- bzw. Kampagnenplan hinzufügen musst: Bausteine und Blöcke.

Hast du davon schon mal gehört?

Bausteine und Blöcke helfen dir, mehr zu erledigen – selbst an sehr stressigen Tagen. Bausteine und Blöcke sind Kategorien von Aufgaben, die darauf basieren, wie lange sie dauern:

  • Bausteine sind kleinere Aufgaben und Aktivitäten – Dinge, die in 15-20 Minuten erledigt sind. Dies könnte das Delegieren eines Teils eines Projekts sein, das Testen eines Workflows oder das Erstellen des ersten Entwurfs eines Blogartikels.
  • Blöcke sind größere Aufgaben, die länger dauern und mehr Konzentration erfordern – bis zu zwei Stunden. Das sind die Momente, in denen viel Magie in deinen Projekten entsteht – und oft erst richtig, wenn du in deinen Flow kommst. Beispiele für Blöcke sind das Schreiben von Verkaufsseiten oder E-Mail-Sequenzen, das Aufzeichnen von Learnings für einen neuen Weg oder das Vertiefen in die Programmierung.

Wenn deine Aktion größer als ein Block ist, dann breche sie weiter herunter.

Kleinere Schritte machen es einfacher anzufangen und durchzuhalten.

 

In den meisten Projektmanagement-Systemen kannst du deine To-Dos labeln – oft durch eine Art Tag oder Farbe. Wähle Farben die hervorstechen und es dir leicht machen zu verstehen, welches deine Kernziele sind, welches die Unterpunkte sind und was höher priorisiert werden muss.

Wenn du mit der Arbeit beginnst, wähle die Aufgaben aus, je nachdem wieviel Zeit und Engergie du hast. Selbst wenn du nur ein oder zwei Stunden hast, kannst du entscheiden, ob du lieber kleine Bausteine oder lieber mit einem Block an Arbeit anfangen möchtest.

Bausteine und Blöcke sind nicht nur großartige Werkzeuge für deine großen Projekte/Kampagnen. Du kannst sie auch für alles verwenden, was du in deinem Unternehmen zu erledigen hast – von der Aufnahme von Podcast-Episoden bis zur Planung von Social Media-Posts.

Starte das Jahr mit einem großen Knall

Wenn du diese sieben Schritte befolgst, dann bist du bereit das Jahr großartig zu starten. Anhand der Schritte kannst du die wichtigsten Dinge für das aktuelle Jahr vorbereiten, die Learnings aus dem Vorjahr ziehen und einen Geschäftsplan für das aktuelle Jahr erstellen. Du rüstest dich für deinen Geschäftserfolg – ganz gleich, was das neue Jahr für dich bringt.

 

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Bildnachweis: Unsplash

Franzi hat Medienkommunikation studiert und ist als Senior Social Media und Content Managerin im deutschen GoDaddy-Team verantwortlich für die Social Media-Känale und den Blog. Hier kann sie ihr Herzblut für Online Marketing und Texten verwirklichen und gibt am liebsten kleinen Unternehmen und Startups Tipps und Tricks in den Bereichen Social Media, Online-Shop und WordPress. Sie setzt sich bei "GoDaddy Women in Technology" für die Gleichberechtigung und Diversität in der Tech-Branche ein.