WordCamp Retreat – Ein neues Format bringt die Community noch enger zusammen

Interview mit Carole Olinger & Sven Wagener, den Organisatoren des WordCamps 2018 in Soltau

Das WordCamp 2018 in Soltau war das weltweit erste WordCamp im Retreat-Format und GoDaddy war als Gold-Sponsor dabei. Am Rande des WordCamps  sprach GoDaddy mit den beiden  Hauptorganisatoren: Carole Olinger & Sven Wagener über das neue Konzept und wichtigsten Themen für die Zukunft von WordPress. #wcretreat

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GoDaddy: Hallo zusammen und herzlich willkommen zu einem GoDaddy Talk am Rande des WordCamps Retreat 2018 in Soltau. Neben mir sitzen die Hauptorganisatoren: Carole Olinger und Sven Wagener. An der Organisation waren aber 10 Personen beteiligt, dazu kamen etliche Helfer. Insgesamt waren es bestimmt 40 bis 50 Personen, wenn man die Speaker und alle dazu zählt, die Sessions veranstaltet haben. Das erste WordCamp im Retreat-Format war eine tolle Veranstaltung und das neue Konzept hat rundum überzeugt.

Abbildung_-_WordCamp Retreat 2018 in Soltau

 

Wie kam es eigentlich zu der Idee, ein neues WordCamp-Format zu entwickeln?

Sven:

Ich weiß gar nicht mehr genau, woher die Idee kam. Ich habe mich mit mehreren Leuten aus der Community über eine neue Form des WordCamps unterhalten, bei der alle Teilnehmer an einem Platz sind und auch dort untergebracht werden.

Ich kannte das schon aus anderen Bereichen, wo sich Leute z.B. zu einem Arbeits-Wochenende treffen. Ich habe gemerkt: Oh, das funktioniert ganz gut.

Wer letzten Endes dann die Idee für das neue Format hatte, kann ich gar nicht mehr genau sagen. Aber wir haben uns gesagt, wir wollen das gerne machen.

Carole:

Der Gedanke war, ein WordCamp außerhalb der Stadt zu organisieren. Meistens finden WordCamps in Städten statt, denn da hat man eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Aber wir wollen es einmal außerhalb der Stadt organisieren. Anfangs hieß es das Projekt deshalb auch: WordCamp im Grünen. Die Planung des WordCamps in Soltau ist daher auch relativ lange unter diesem Codewort gelaufen.

Irgendwann haben wir uns gedacht: Wenn das neue Format Erfolg haben wird, dann wäre es supertoll, wenn dieses neue Format auch international angenommen wird und wir das besuchen können, wenn wir selbst nicht in die Arbeit involviert sind. Deshalb wollten wir einen Namen finden, der international ist und der auch so übernommen werden kann. So kamen wird auf: WordCamp Retreat. Retreat ist ja ein Begriff, der auch außerhalb der WordPress-Community genutzt wird. Man bezeichnet damit ein Format, bei dem man sich ein bisschen zurückzieht und sich einmal außerhalb der normalen Periphere bewegt.

Sven:

Ich weiß ja nicht, ob jeder GoDaddy-Nutzer, der das hier sieht oder liest, weiß, was ein WordCamp ist?

GoDaddy:   Ja, sehr gut. Sag mal etwas dazu. Was ist eigentlich ein WordCamp?

Sven:

Bei einem WordCamp trifft man sich normalerweise in einer Location. Meistens sind das Universitäten, Berufskollege oder ein Ort, an dem Lehrräume zur Verfügung stehen. Dort werden dann von morgens bis abends Sessions durchgeführt. Sessions sind Vorträge von Leuten, die etwas zu einer bestimmten Thematik erklären, erzählen und den anderen Besuchern etwas beibringen möchten. Aber nicht nur das. Bei einem WordCamp wird manchmal auch einfach nur diskutiert oder es werden FAQs zu bestimmten Themen erstellt.

Dafür treffen sich die Teilnehmer in einer Stadt. Gewöhnlich haben die Teilnehmer aber alle ein eigenes Hotel – oft liegt das sogar irgendwo am anderen Ende der Stadt. Die Teilnehmer haben also immer eine Anfahrt zum Veranstaltungsort.

 

GoDaddy: Das heißt: Bei einem WordCamp wohnen die Teilnehmer meist verteilt. Die Veranstaltung findet in den Räumen der gebuchten Location statt. Dort ist es meistens eng. Man hat also wenig Entfaltungsmöglichkeiten. Wenn man abends etwas zusammen unternehmen möchte, muss man sich dann eine andere Location suchen. Dafür reist man meist quer durch die Stadt. Dabei bleiben viele Teilnehmer „auf der Strecke“. Letztendlich ist dann nur etwa die Hälfte dabei.

Sven:

Meist sind auch die Gruppen immer dieselben. Die Gruppen treffen sich dann in irgendeiner Kneipe oder verbringen irgendwo anders den Abend. Sie gehen zum Beispiel zusammen essen …

Das ist hier beim WordCamp Retreat natürlich anders. Hier frühstückt man zusammen. Hier geht man zusammen zum Mittagessen und Abendessen. Anschließend sitzt man dann zum Beispiel noch ein bisschen draußen oder geht zusammen in die Bar. Vom Aufstehen morgens bis zum Schlafen gehen verbringt man die Zeit an einem Ort und dabei wirklich die Zeit, auf Leute einzugehen. Man kann sich jederzeit einen Teilnehmer schnappen, um mit ihm zu quatschen – so, wie man gerade Lust hat. Das ist wirklich sehr entspannend. Es ist wirklich großartig, dass man den ganzen Tag Zeit hat, mit den Leuten zu reden, anstatt ihnen hinterherzujagen. So nach dem Motto: Den muss ich noch sprechen, und den und den, bevor er weg ist …

 

GoDaddy: … man begegnet sich eigentlich ständig.

Sven:

Ja genau.

 

GoDaddy:  Ihr habt auch einen tollen Claim für das neue Retreat-Format gefunden: WORK – MEET – COME TOGETHER. Und dazu gibt es auch ein schönes Logo.

Szene aus dem Interview zum WordCamp Retreat_3

Carole:

In diesem einfachen Logo versteckt sich ganz viel. Auf den ersten Blick meint man das gar nicht. Da ist das W für WORK drin und das M für MEET. Und wenn das beides zusammenkommt, entwickeln sich daraus unendliche Möglichkeiten. Aus dem M und W entsteht das Infinity-Zeichen. Und das ist auch grün.

 

GoDaddy: Es ist grün und es hat auch einen Hauscharakter. Eine schöne Assoziation für: Man lebt zusammen.

Carole:

Alle unter einem Dach. Und was daran auch sehr schön ist: alle Teilnehmer haben ihre Zimmer direkt am Veranstaltungsort. Dadurch hat man immer auch die Möglichkeit, sich zurückzuziehen. Es ist ja auch nicht jeder Mensch gleich gepolt. Der Besuch eines WordCamps ist ja nicht immer ganz einfach, wenn man zum Beispiel introvertierter ist. Denn bei einer so großen Veranstaltung wie einem WordCamp ist man eigentlich die ganze Zeit unter Menschen. Ein schönes Feedback, das ich bekommen habe, ist: Allein das Bewusstsein, das man ein eigenes Zimmer hat, auf das man sich zurückziehen kann, wenn einem alles ein bisschen zu viel wird, hat viele dazu gebracht, ihre eigenen Grenzen neu auszuloten. Viele sind so sehr näher mit der Community zusammengekommen und haben mehr interagiert. Einfach, weil sie wussten: Das WordCamp in Soltau ist für mich ein sicherer Ort und wenn es mir zu viel wird, kann ich auch mal kurz auf mein Zimmer gehen und mich zurückziehen. Das ist für mich ein sehr schönes Feedback, da WordCamps gerade anstreben, inklusive Veranstaltungen zu sein. Das Orga-Team hat deshalb alles getan, damit sich auch wirklich alle willkommen und sicher fühlen können.

 

GoDaddy: Rückzugsorte schaffen ist das eine: Ihr habt aber auch genau das Gegenteil davon gemacht: Ihr habt die Teilnehmer noch näher zusammengebracht. Es gab gemeinsame Sportveranstaltungen zum Beispiel gemeinsames Joggen. Es gab ein Schwimmbad, in dem man zusammen oder auch alleine schwimmen konnte. Das war schon morgens ganz früh geöffnet. Wer wollte, konnte sich schon vor dem Frühstück treffen. Es gab kleine Gruppen, die sich zum Beispiel zu einem Bootcamp getroffen haben oder zu einer Joggingrunde oder zu einer Fotosession. Die Aktivitäten verteilten sich dann über den ganzen Tag. Es gab gemeinsame Aktivitäten Mittags, Nachmittags, vor dem Abendessen … Auf diese Weise habt Ihr Personen zusammengebracht, die sonst vielleicht nie zusammen gesprochen hätten. Sie haben sich über Sportveranstaltungen kennengelernt und darüber Kontakte geknüpft.

Sven:

Ich bringe da gerne auch noch mal den Vergleich zu einem normalen WordCamp. Bei einem normalen WordCamp hat man dann zum Beispiel die Design-Sessions, in denen dann die Designer sitzen und Programmier-Sessions, wo dann eher die Programmierer sitzen. Und genau das wollten wir mit den Aktivitäten durchbrechen. Wir wollten, dass Leute, die nicht unbedingt beruflich miteinander zu tun haben oder über das, was sie mit WordPress machen, über ihre Hobbys zusammenbringen. Wir haben zum Beispiel einen Fotokurs bzw. einen Fotowalk gemacht. Das war eine ganz spontane Sache, die hier entstanden ist. Dort kamen Leute zusammen, die auf einem normalen WordCamp wahrscheinlich nie zusammengefunden hätten. So füllten wir Lücken, wo sonst keine Beziehungen bestanden und brachten auf diese Weise die Community noch näher zusammen.

Carole:

Das Ziel war auch, dass wir mit dem WordCamp Retreat die Community noch einmal stärken. Darüber hinaus hat das WordCamp die Mission, das WordPress-Projekt weiterzubringen, indem Wissen geteilt wird, dass man zusammen am Projekt arbeitet und etwas zurückgibt.

Auf der WordCamp Retreat in Soltau hatten wir auch klassische Vorträge, wo unsere fantastischen Speaker ihr Knowhow geteilt haben. Sei es in Vorträgen, in Diskussions-Panels oder in Workshops. Wir hatten aber auch einen weiteren Teil, den Contributing-Part, wo sich die Teilnehmer getroffen haben, um gemeinsam etwas an das WordPress-Projekt zurückzugeben. Das kann durchaus in Form von Programmieren sein. Es ist aber keine Voraussetzung, dass man für das Contributing Programmieren können muss. Man kann sich zum Beispiel wunderbar auch mit Übersetzungen einbringen. WordPress sollte in alle Sprachen der Welt übersetzt sein, was auch die Barrierefreiheit fördert, damit möglichst viele Menschen die Software nutzen können. Das läuft alles unter dem Motto democratise publishing. 

Da ist es natürlich schön, wenn man das in allen Sprachen nach außen tragen kann.

Zudem gibt es die Möglichkeit, selber WordPress-Events zu organisieren. Sei es ein WordCamp oder im kleineren Rahmen, lokale Meetups, wo sich zum Beispiel Anwendergruppen treffen, austauschen und zusammen an Projekten arbeiten und ihr Wissen teilen können. Auch das ist bei uns hier in Soltau natürlich nicht zu kurz gekommen. Denn das ist ein sehr wichtiger Bestandteil jedes WordCamps.

Sven:

Das Schöne an dem Contributing ist ja, dass wirklich jeder etwas findet, wo er mitmachen kann: ob das die Arbeit mit der Community, Programmierungen oder sonst etwas ist. Beim WordCamp Retreat hier in Soltau haben wir den Contributing-Part bewusst mitten ins Programm gepackt. Normalerweise ist der Contributing-Part immer vor oder nach dem eigentlichen WordCamp platziert. Erfahrungsgemäß macht dann aber auch nur ein Drittel der Teilnehmer, die zum WordCamp kommen, mit.

 

GoDaddy: Manche bleiben einfach weg, wenn der Contributionpart am Anfang liegt. Oder sie gehen früher, wenn der Part am Ende liegt. Aber diesmal konnte man nicht weg. Und das hatte natürlich besondere Vorteile, denn es waren auf einmal Personen am Contributing beteiligt, die Spaß daran gefunden haben und die sonst wahrscheinlich nie mitgemacht hätten.

Sven:

Genau. Wenn man viele Leute dabei hat, macht das natürlich viel mehr Spaß.

 

GoDaddy: Ihr habt sie für das Contributing interessiert. Die Teilnehmer wurden leichter an die Thematik herangeführt. Und sie nehmen diese Erfahrungen und Anregungen anschließend mit nach Hause. Sie erzählen davon. Ich habe selbst mitbekommen, dass selbst abends in der Bar noch über Übersetzungsprobleme und Freigabeprozesse diskutiert wurde. Das war wirklich enorm spannend.

Carole:

An den Gesprächen war ich persönlich zwar nicht beteiligt, aber ich finde es sehr schön, das zu hören, dass auch noch spätabends über solche Themen gesprochen wurde. Das fühlt sich gut an für einen Organisator von so einem Event, denn WordCamps sollen das WordPress-Projekt ja weiterbringen.

 

GoDaddy: Es gab natürlich auch die klassischen Themen, die Top-Themen in der Community. Das waren natürlich in erster Linie Gutenberg. Ein ganz zentrales Thema. Es wurde aber auch über React gesprochen. WooCommerce war ebenfalls ein sehr wichtiges Thema. Sicherheit … und viele andere mehr.

Was sind für Euch die wichtigsten Themen für die Zukunft von WordPress?

Sven:

Am wichtigsten für WordPress ist sicherlich – solange er noch nicht fertig ist – der Gutenberg-Editor. Der muss einfach fertig werden. Momentan kommen noch kleinere Änderungen in die Minorversion rein: also in WordPress 4.9.5. Dann wird es wahrscheinlich noch eine Version 4.9.6 geben. Aber auch da kommen tatsächlich teilweise auch noch Änderungen rein, was eigentlich nicht so gut ist. Aber egal. Ich hoffe, dass Gutenberg bald mal fertig wird. Das wird ein riesen Umbruch sein für den Editor, denn der ist ja das Herzstück von WordPress. Und solange das Gutenberg-Projekt nicht abgeschlossen ist, gibt es von meiner Seite aus kein anderes Top-Thema. In meinen Augen jedenfalls nicht.

 

GoDaddy:  Alle haben gehofft, dass der Gutenberg-Editor dieses Jahr noch passiert wird. Was gerade etwas zweifelhaft ist. Aber wir drücken alle die Daumen. Doch spätestens nächstes Jahr wird das aktuell werden. Und da sollten sich auch viele außerhalb von WordPress darauf vorbereiten, denn das wird sicherlich eine kleine Revolution sein. Denn mit dem Gutenberg-Editor wird WordPress deutlich anders funktionieren, als das aktuelle WordPress.

Sven:

Das Backend wird natürlich nicht ganz anders aussehen, aber der Editorbereich ist dann komplett umgestaltet. Man hat dann die Möglichkeit, Elemente zu verschieben etc. Man muss sich das einfach mal anschauen. Den Gutenberg-Editor gibt es ja schon als Plugin. Den kann man jetzt schon in der Beta-Version herunterladen.

Zum Download des Gutenberg-Editors

 

Carole:

Was mir außerdem gut gefallen hat, war eine Session über das Thema mentale Gesundheit. Das Thema hatten wir zum ersten Mal beim WordCamp 2017 in Köln. Ich finde es wichtig, dass sich die Besucher auf einem WordCamp über Themen unterhalten können, die in der Gesellschaft leider viel zu häufig tabuisiert werden. Hier in Soltau wurde über Themen gesprochen, die in der Szene, in der wir uns bewegen, sehr aktuell sind. Wenn ich da zum Beispiel an Burnout denke oder an Menschen, die sich überarbeiten oder ganz einfach mit depressiven Episoden zu kämpfen haben. Da gab es einen ganz wunderbaren Austausch zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern und auch anderen aus der Community. Mir hat sehr gut gefallen, dass man diese Themen enttabuisiert und den Menschen zeigt: „Ihr seid damit nicht alleine. Wir interessieren uns dafür und wir können auch mehr aufeinander Acht geben und uns gegenseitig unterstützen.“

Sven:

Ich möchte auch noch einmal etwas generell zu WordCamps sagen. Auf WordCamps gibt es nicht nur Sessions, die sehr technisch sind. Sondern Wordcamps sind thematisch immer breit aufgestellt und behandeln alle möglichen Themen. Auf WordCamps hatten wir auch Themen, die sich ganz allgemein mit dem Thema Gesundheit beschäftigen. Zum Beispiel mit der Frage: Wie sitze ich den ganzen Tag? Die meisten Menschen, die mit WordPress arbeiten, arbeiten am PC und sitzen den ganzen Tag auf einem Bürostuhl.

Auf dem WordCamp in Nürnberg hatten wir zum Beispiel einen Arzt, der einmal aus medizinischer Sicht erklärt hat, welche Probleme zu langes Sitzen oder falsche Sitzhaltungen verursachen können. Das sind Themen, die das gesamte Umfeld der Arbeit mit WordPress betreffen.

Szene aus dem Interview zum WordCamp Retreat_2

 

GoDaddy: Und dafür habt Ihr mit dem WordCamp Retreat das passende Format dafür gefunden. Ihr habt das klassische WordCamp aufgelockert. Hier saß man eben nicht die ganze Zeit herum. Mit den Aktivitäten, wurde das Ganze mobile, flexiber und es hat einfach viel mehr Spaß gemacht. Zum Abschluss deshalb die Frage:

Was glaubt Ihr? Hat das WordCamp Retreat-Format eine Zukunft? Wird es sich auch in anderen Ländern verbreiten?

Corole, du bist ja oft in den USA. Haben sie im Mutterland von WordPress schon etwas von den Planungen mitbekommen? Und sind sie interessiert?

Carole:

Da ich ja öfters drüben bin, habe ich da natürlich schon ganz viele mit dem Thema „genervt“ und viel erzählt. Wir hatten ja auch diesmal wieder Besucher aus den USA. Es wäre natürlich schön gewesen, wenn es noch ein paar mehr gewesen wären, aber wir hatten ja auch nicht unendlich viel Platz hier. Wir haben auch bewusst kein Retreat mit 500 Teilnehmern veranstaltet. Das hätte keinen Sinn gemacht. Es soll auch entspannend sein und Rückzugsmöglichkeiten bieten.

Wir haben auch die Hoffnung, dass alle Menschen, die hier waren und Spaß hatten, dies auch nach außen tragen und in die Welt hinaus „schreien“, wie toll es war. Damit die weltweite WordPress-Community darauf aufmerksam wird und es auch Nachahmer geben wird, die sagen: Das Format hat in Deutschland funktioniert, wir wollen das auch ausprobieren. Die machen dann vielleicht ihr eigenes Ding draus. Was nicht gefällt, kann man weglassen. Wenn man neue tolle Ideen hat, kann man die hinzufügen. Ich würde mich sehr freuen, wenn das WordCamp Retreat Nachahmer findet. Und ich würde mich noch mehr freuen, wenn ich dann irgendwohin fahren oder fliegen kann und dann einmal nichts tun muss. Klingt gut – oder?

Sven:

Man muss zu den USA noch sagen, der Community-Support von WordPress wusste natürlich von Anfang an Bescheid. Die haben das auch vollkommen unterstützt.

 

GoDaddy: … und interessiert verfolgt?

Sven:

Interessiert verfolgt. Und aktiv unterstützt und auch mitfinanziert. Wir haben das innerhalb von WordPress entsprechend gut organisiert. Die haben das alle mitbekommen und nach dem WordCamp hier in Soltau bin ich guter Dinge, dass das Feedback so positiv ist, dass wir das in Zukunft auch weitermachen können.

Wir hatten Leute hier, die weltweit WordCamps besuchen. Die haben sich das zu einer Art Hobby gemacht. Die sieht man immer mal wieder auf irgendwelchen WordCamps und die waren total begeistert. Wir hoffen, dass auch sie das weitergeben und das neue Format weiterempfehlen. Und wir werden uns mit dem Community-Support von WordPress zusammensetzen, um ihnen Feedback zu geben.

Carole:

Das WordCamp Retreat in Soltau war doppelt so teuer, wie ein normales WordCamp. Nicht von den Eintrittsgeldern her, aber vom Budget her, das wir aufbringen mussten. Natürlich unterstützt durch Sposoren, Spenden usw.  Da braucht man starke Argumente, um Unterstützern das Retreat-Format so schmackhaft zu machen, dass sie sagen: „Macht das nochmal.“ Und am besten: Nicht nur nochmal, sondern am besten auch in anderen Ländern. Das würde mich sehr freuen.

 

GoDaddy:  Alle, die hier waren, waren begeistert. Da kann man nur sagen: Es würde sich lohnen.

Carole:

Zum Budget ist noch einmal wichtig zu sagen, dass wir so einen Event ohne Sponsoren gar nicht organisieren könnten, zu den erschwinglichen Preisen. Die Tickets haben lediglich 55 Euro gekostet. Und es erklärt sich praktisch von selber, dass diese 55 Euro nicht deckend sind für das, was hier an Kosten pro Teilnehmen aufgelaufen ist.  Wir könnten das alles nicht tun, wenn wir nicht die Hilfe von unseren Sponsoren hätten, die fleißig geholfen haben, das Ganze zu finanzieren. Von meiner Seite deshalb der Aufruf an alle Sponsoren, die uns gesponsert haben und alle potentiellen Sponsoren, die sich das WordCamp dieses Mal noch aus der Ferne angesehen haben: Wir brauchen die Sponsoren für diese Art von Events und wir sind allen Sponsoren megadankbar für ihre Unterstützung. Und wir würden uns freuen, dass uns die Sponsoren bei neuen WordCamps – im klassischen Format oder im neuen Retreat-Format – die Bude einrennen und dabei sein wollen.

Sven:

Man muss dazu sagen, ein WordCamp Retreat ist nicht das Mega Sponsoring-Event, wo man überall genervt wird, von Leuten, die Flyer verteilen und mit Werbung nerven … Im Gegenteil: Von den Sponsoren, die das WordCamp Retreat in Soltau gesponsort haben, waren vielleicht drei mit einem eigenen Stand dabei. Der Grund bei so ein WordCamp zu sponsern ist es, der Community etwas zurückzugeben und sie zu stärken. Denn eine stärkere Community bedeutet auch, WordPress noch besser zu machen.

Mit WordPress hat man eine kostenlose Software und durch die Unterstützung von WordCamps die Möglichkeit, der Community etwas zurückzugeben – wenn man das möchte. Man wird auf der einen Seite als Sponsor genannt und hat auf der anderen Seite der Community auch etwas zurückgegeben für eine Leistung, die man kostenlos bekommt. Das finde ich sehr wichtig.

Und noch eine Sache. Es gibt nicht nur die Unterstützung von Sponsoren. Ich weiß nicht, wie viele Leute hier mithören bzw. mitlesen, die ein WordCamp besuchen wollen, aber für all diejenigen, die es sich leisten können, gibt es auch das Community-Sponsoring. Das bedeutet, jeder Teilnehmer trägt seine Kosten für den Besuch des Event selbst.

 

GoDaddy: … was ja auch diesmal wieder einige gemacht haben.

Sven:

Genau. Statt 55 kostet so ein Ticket dann 200 Euro. Das entspricht dem Geld, das wir pro Person aufbringen müssen, um das Event an den Start zu bekommen. Die Community-Sonsoren tragen dabei schon mal ihren Anteil selber. Jeder Community-Sponsor mehr macht die Planung für die Organisatoren des WordCamps leichter.

 

GoDaddy: Abschließend noch einmal vielen Dank für die tolle Organisation des WordCamp Retreat in Soltau. Und ich hoffe, wir sehen uns beim nächsten WordCamp wieder.

Szene aus dem Interview zum WordCamp Retreat_4

 

Interview: Wolf-Dieter Fiege